Kurz & Knapp. Buchtipp – Mittwoch #7

scarredInhalt:

Marius hat sich nach einem schweren Schicksalsschlag von der Welt zurückgezogen und lebt abgeschottet in seinem Haus.

Einzig sein Bruder Marek dringt zu ihm durch und versucht, ihm wieder ins Leben zurück zu helfen, was ein Akt der Unmöglichkeit zu sein scheint.

Doch dann begegnet Marius Rafael, dem besten Freund seines Bruders.

Fazit:

Nachdem ich letzte Woche “Wölfi“, die neuste Geschichte von Celine Blue gelesen habe, hab ich mich gleich mal auf die Suche nach anderen Büchern der Autorin gemacht und bin bei “Scarred Heart” hängen geblieben. Und was soll ich sagen? Auch hier konnte mich die Autorin überzeugen. Die Geschichte von Marius und Rafael ist dramatisch, aber auch sehr romantisch. Mich hat sie von Anfang an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Eine tolle Mischung aus Tragik, einer kleinen Portion Humor und Romantik.

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Rezension: Zweifel in Worten – Nathan Jaeger

zweifelinwortenInhalt:

Der 26 – jährige Frank ist von Köln nach Berlin gezogen. Er hat Schlimmes hinter sich und möchte einfach nur noch vergessen. Er lebt sehr zurückgezogen und meidet soziale Kontakte. Einzig sein Job als Bibliothekar macht ihm Spaß.

Er glaubt nicht an die große Liebe und Mr. Right. Eines Tages jedoch, macht er sich in einem einschlägigen Forum auf die Suche nach etwas Spaß und stolpert dort über die sehr außergewöhnliche Annonce von Sam und Gabriel. Die beiden sind seit 7 Jahren zusammen und wissen selbst noch nicht ganz so genau, was sie mit der Anzeige bezwecken wollen. Zwischen den Dreien entsteht ein reger Kontakt und langsam aber sicher entwickeln sich tiefere Gefühle.

Franks Vergangenheit versucht ihnen jedoch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Kann diese Liebe, trotz aller Widrigkeiten, bestehen?

Meinung:

Nach “Stratiegie in Scherben” und “Graues Meer und blaue Sonnen” hab ich mich nun an “Zweifel in Worten” gewagt. Beim Thema “Dreierbeziehung” bin ich immer etwas skeptisch. Zum einen kann ich es mir selbst nicht vorstellen und zum anderen schafft es nicht jeder Autor, alle Facetten einer solchen Beziehung zu beleuchten. Aber Nathan Jaeger hat mich wieder mal überzeugt. Ich mag seinen direkten Stil, der so viele Emotionen transportiert und jedes Buch zu einer intensiven Erfahrung macht. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man einen sehr genauen Einblick in die Gefühlswelt von Frank, Sam und Gabriel.

Die drei Protagonisten könnten nicht unterschiedlicher sein. Frank, der scheue und unsichere Bibliothekar, dessen wahre Natur unter seiner traumatischen Vergangenheit begraben liegt. Sam, der sonnige und quirlige Bodyguard und Gabriel, das ruhige und besonnene Oberhaupt eines Familienimperiums. Es sind genau diese Gegensätze, die die Drei so perfekt zusammenpassen lässt. Ich hätte nie gedacht, dass es so harmonisch verlaufen kann. Natürlich gibt es hin und wieder Schwierigkeiten, gerade Franks Unsicherheit und seine festgefahrenen Ansichten, machen es nicht immer ganz so leicht, aber das passt so perfekt. Herrlich. Da wurden nicht die Protagonisten eifersüchtig, sondern ich, meist stellvertretend für Gabriel, der durch seine sehr ruhige Art immer etwas in der Hintergrund tritt.

Die erotischen Szenen sind sehr niveauvoll und ansprechend gestaltet. Es prickelt beim Lesen und man kann einfach nicht genug bekommen von den drei heißen Männern.

Neben der wirklich wundervollen Liebesgeschichte, die in keinster weise kitschig ist, sondern vielmehr romantisch, gibt es auch noch einen Thrill – Anteil. Franks Vergangenheit holt ihn ein und gefährdet nicht nur ihn, sondern auch seine beiden Männer.

Absolute Leseempfehlung!

Fazit:

Nathan Jaeger schafft es gekonnt eine unglaublich dichte Atmosphäre zu schaffen, die nur so vor Emotionen strotzt.

5stars

 

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 617 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 405 Seiten
  • Preis: 6,99€
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Monday thoughts #62 – Das ist wie Topfschlagen im Minenfeld

AchtungRezensionVon was ich spreche? Vom Rezensieren. Das ist ja die letzten Monate zu einer gefährlichen Aktivität geworden.

Der Trend zum “Nicht-Rezensieren” hat stark zugenommen. Ich hab schon von vielen Lesern gehört, die gar nicht mehr rezensieren bzw. nur noch, wenn  sie dem Buch die volle Punktzahl geben können. Viele Autoren, die selbst lesen, rezensieren auch nicht mehr.

Woran liegt das?

An den Reaktionen der AutorInnen, die immer schlimmer werden. Beleidigungen, Anfeindungen und öffentliche Hetze, sind nur kleine Beispiele aus dem unerschöpflichen Vorrat des “Rezensenten fertigmachen” – Repertoire . Zum Glück sind das nur wenige, die so extrem reagieren, dennoch kann man schon deutliche Konsequenzen spüren.

Was vielen AutorInnen nicht klar zu sein scheint, ist, dass sie sich, mit der Veröffentlichung ihres Buches, auch der öffentlichen Meinung stellen. Und jeder Leser hat das Recht das Buch zu bewerten und Stellung zu seiner Entscheidung zu nehmen. Eine schlechte Bewertung bedeutet nicht, dass das Buch Mist ist. Es wurde entweder nicht der Geschmack getroffen oder es sind eben Fehler da. Vielleicht sollte man vor dem verbalen Rundumschlag, erstmal darüber nachdenken, ob an der Kritik was dran sein könnte.

Eine Rezension ist Werbung und gerade Selfpublisher können doch gar nicht genug Werbung machen bzw. bekommen. Was, wenn jetzt keiner mehr, aus Angst vor den Folgen, rezensieren würde? Das kann doch nicht Sinn und Zweck der Sache sein. Kritik ist kein persönlicher Affront, sondern eine Art Hilfestellung bzw. Erklärung, warum so entschieden wurde. Es gibt sogar Leser, die sich von schlechten Rezensionen anlocken lassen und genau deshalb das Buch kaufen und lesen.

Natürlich gibt es auch schwarze Schafe, die willkürlich schlecht bewerten oder besser gesagt, das Buch in ihrer Rezension zerreissen. Das ist sehr unschön und auch absolut respektlos. Aber danach alle anderen, die keine volle Punktzahl vergeben, beleidigen oder von den eingefleischten Fans demontieren zu lassen, ist auch nicht die feine Art.

Aber zum Glück gibt es auch AutorInnen, die dankbar sind, wenn sie konstruktive Kritik bekommen. Die ihren Nutzen daraus ziehen. Vielen Dank. Das ist eine willkommene Abwechslung und zeigt, dass hier die Mühe und Zeit des Rezensenten gewürdigt wird. So sollte es auch sein. Es bringt ja nichts, wenn einem jeder Honig ums Maul schmiert. Da kann sich dann ja nicht wirklich was weiterentwickeln.

Interessant ist auch ein neuer Umgang mit Rezensionen. Das “Darüber hätte man doch reden können.” ;) Da gehts aber nicht darum, sich über die Kritik zu unterhalten, sondern eher darum, die Rezension verschwinden zu lassen. Ja, ihr habt richtig gehört. Einige AutorInnen finden es sehr unattraktiv neben ihren zweizeiligen 5* Rezensionen, eine ausführliche 2/3* Rezension zu sehen. Das geht ja auch gar nicht! Die Masche: Schlechtes Gewissen machen und hoffen, dass der Rezensent darauf reinfällt und die Rezension ändert bzw. löscht.

Ihr könnt gerne mit mir reden, wenn ihr Fragen zu einer Rezension habt. Ich kann Euch gerne noch mal ausführlich meine Kritikpunkte, wenn es welche gibt, darlegen. ABER an der Bewertung ändert das nichts.

Das Lesen und Rezensieren sollte nicht in einen Krieg ausarten. Es geht doch um unser aller liebstes Hobby: die Bücher!

Dank Facebook und Co. ist es ganz leicht, viele Leute zu erreichen. Leider nutzen viele das auch aus und verletzen Menschen, wenn ihnen was nicht passt. Das finde ich einfach nur respekt- und niveaulos. Manch einem scheint auch nicht bewusst, wie das auf andere Menschen wirkt. In den letzten Wochen haben sich ein paar Autoren extremst in die Nesseln gesetzt, aber das scheint ihnen gar nicht klar zu sein. Vielleicht wird es das, wenn sie die Konsequenzen spüren. Leserverlust ist nur eine davon.

Liebe AutorInnen, ich bewundere Eure Arbeit. Da ich selbst seit einiger Zeit an meinem ersten Buch schreibe, weiß ich, wie viel Herzblut und Energie darin steckt. Aber es ist absolut kontraproduktiv, diejenigen zu beleidigen und zu verprellen, auf die ihr angewiesen seid. Die Leser. Denkt mal darüber nach.

Rezension: Wölfi – Celine Blue

wölfiInhalt:

Wölfi hat es nicht leicht. Von klein auf wird er vom Rudel ausgegrenzt und gejagt, und das bei jedem Rudeltreffen. Außerdem ist er schwul und Vegetarier.

Ja, ihr habt richtig gehört. Er ist isst vegetarisch. Das Aussehen hat er von seinem Vater geerbt, einem Werwolf, und das Essverhalten von seiner Mutter, einer Fee. Eine ganz besondere und auch schwierige Kombination.

Wölfi hat eine anstrengende Zeit vor sich, denn seine Eltern sowie eine befreundete Familie, nisten sich bei ihm ein. Mit dabei Devlin. Sein heimlicher Schwarm, den er aber gleichzeitig hasst, weil auch dieser ihn, aufgrund seiner Essgewohnheiten, gequält hat.

Eine schwule Werwolf-Erotik-Liebes-Satiren-Schnulze!

Meinung:

Ich muss immer noch lachen, wenn ich an die Geschichte denke. Eine absolut willkommene Abwechslung zu den gewohnten Gestaltenwandler – Stories. Erfrischend frech und herrlich ironisch.

Es gibt insgesamt 3 Sequenzen.

Die erste beschäftigt sich mit der “Schnulze”. Wir lernen Wölfi und sein etwas außergewöhnliches Essverhalten kennen. Aber jetzt mal im Ernst. Es ist doch wirklich saukomisch, sich einen Werwolf vorzustellen, der genüsslich an Butterblümchen knabbert, während alle anderen tonnenweise Fleisch vertilgen. Und dann noch die Mutter, eine zarte Elfe, die ihren Werwolf-Ehemann und Werwolf-Sohn in Angst und Schrecken versetzt. Aber dann gibt es auch noch die Liebesgeschichte, die nimmt nicht ganz so viel Raum ein, aber genau das ist passend. Es soll Spaß machen. Trotzdem ist sie sehr süß und Sex gibt es natürlich auch.

Im zweiten Teil wird Halloween gefeiert. Devlin und Wölfi, haben Wölfis jüngeren Bruder Winni zu Besuch. Ein Welpe, der so ziemlich alles frisst, Mobiliar und Haus demoliert und auch ganz gerne mal die aufgerichteten, männlichen Kronjuwelen mit einer Rute verwechselt. Hört sich schmerzhaft an, ist es auch, vor allem für die Bauchmuskeln. Die kommen nämlich nicht zur Ruhe.

Den Abschluss bildet ein polizeiliches Dreiergespann, das einem wahrhaft schweren Verbrechen auf der Spur ist. In einem Schrebergarten wurden preisgekrönte Petunien und Rosen geklaut. Wer macht denn so was? Unglaublich. Hier wird so ziemlich alles auf die Schippe genommen, was in Reichweite ist. Herrlich.

Klare Leseempfehlung. Dieses Buch hat keinen tieferen Sinn oder eine schwere Thematik, es soll einfach nur Spaß machen und das tut es.

Fazit:

Ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer Lesespaß! Wölfi muss man einfach lieben.

5stars

 

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 275 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 91 Seiten
  • Verlag: MAIN-Verlag; Auflage: 1 (11. August 2014)
  • Preis: 2,99€
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Gay Friday #22 – Interview mit der Autorin M.S. Kelts

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Ich freue mich, M.S. Kelts auf meinem Blog begrüßen zu dürfen, die mit ihrem Debüt “Loving Silver” eingeschlagen hat, wie eine Bombe. Wer das Buch noch nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen. Sonst verpasst ihr nämlich was :)

Das Buch

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“Loving Silver” ist für mich, ganz klar, das Buch des Jahres. Der Stil der Autorin ist frisch, frech und unheimlich sexy. Selbst Wochen nach dem Lesen, ist noch alles präsent. Das Mitfiebern, ein riesiger Berg Taschentücher vom Mitweinen und die glühende Leidenschaft. Eine atemberaubende Mischung. Ich will mehr!

Aber um was geht’s eigentlich?

Michael, Architekt, wohnt in einem kleinen Dorf in Baden – Württemberg. Sein Leben läuft in ruhigen Bahnen. Er ist Mitglied in einem Schottlandverein und hat eine Vorliebe für Kilts und Dudelsäcke. Dass er schwul ist, weiß niemand. Er holt sich seine Befriedigung in einschlägigen Clubs oder beim Porno schauen. Sein Lieblingspornodarsteller ist Silver. Als er auf einen Tweet von Silver antwortert, entsteht ein reger Kontakt zwischen den beiden, doch das reicht Michael bald nicht mehr. Er nimmt allen Mut zusammen und fliegt in die USA, um Silver bei einer Preisverleihung zu treffen.

Es geschieht das Unerwartete. Er bekommt nicht nur ein Autogramm von Silver, sondern auch seine Telefonnummer. Die beiden treffen sich und Michael lernt Jamie kennen, den Mann hinter Silver. Obwohl es ihn innerlich zerreißt, reist er ab, ohne mit seinem Star geschlafen zu haben. Das wiederum reizt Jamie, der sich kurzerhand ins Flugzeug setzt und seinen Michael besucht.

Vier unglaublich intensive Wochen verbringen die beiden miteinander, doch dann trennen sich ihre Wege wieder. Hat diese Liebe überhaupt eine Chance? Der preisgekrönte Pornostar und der bescheidene Architekt?

Findet es am besten selbst raus :)

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Interview

Liebe Martina, ich freue mich, Dich im Rahmen des `Gay Friday` interviewen zu dürfen. Stell Dich doch mal kurz vor. Wer ist M.S. Kelts?

Erst mal Hallo und danke für das Interview. Ich freue mich echt, dass so großes Interesse an mir und „Silver“ besteht. Ich bin Baujahr 69, lebe, arbeite und schreibe eigentlich genau dort, wo der Großteil des Buches spielt: Im südlichen Baden-Württemberg, genauer im Raum Wangen. Wie Michael lebe ich in einem kleinen Dorf und mag das Landleben und die Natur unheimlich gern. Außer dem Schreiben gehört meinen zwei Jackies meine ganze Liebe und mit denen verbringe ich nach Möglichkeit viel Zeit.

Ansonsten mag ich noch: Gummibärchen, lila, Milchkaffee, meine Schildkröte Blubb, alles keltische, meinen Pflegeberuf, Hardrock, Fotografieren und Stricken. (Ja, wirklich!)

Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Gab es ein Schlüsselerlebnis, oder war für Dich schon immer klar, dass du schreiben willst?

Ganz ehrlich? Früher habe ich überhaupt nicht gern geschrieben. Gelesen dagegen, habe ich schon immer sehr viel und gerne. Das war dann auch der Beginn von allem. Ich habe ein Buch von Anne Rice gelesen, in dem sie es meinem Lieblingsvampir echt schwer machte. Das hat mich so geärgert, dass ich spontan beschloss ein eigenes Buch zu schreiben, um die Geschichte so gestalten zu können, wie ich es will.

Das war dann der Anfang. Aus dem Vampirbuch wurde schließlich eine ganze Serie.

Wie bist du im Gay-Genre gelandet und was fasziniert Dich an der schwulen Literatur?

Das war kein plötzlicher Entschluss, sondern eine langsame Entwicklung. Irgendwie hat sich in meiner Vampirserie ein Protagonist immer wieder in den Vordergrund gedrängt und der war mehr an Männern interessiert. Dann habe ich eine Dreiecksgeschichte mit zwei Männern und einer Frau zu Papier gebracht, in der die zwei Männer eine lange Liebe verbindet. Beim Nächsten waren es dann zum ersten Mal nur Männer. Tja, und wie es aussieht, werde ich da bleiben!

Warum es mich fasziniert? Schwer zu sagen, vielleicht, weil es noch immer ein Randthema ist und ich es schön finde, wenn das sogenannte starke Geschlecht sich findet und Gefühle zeigt.

Kannst Du Dir vorstellen etwas Heteroerotisches/sexuelles zu schreiben? Oder gibt es da vielleicht schon was von Dir zu lesen?

Wie oben erwähnt, habe ich einen erotischen Vampirroman geschrieben, die „Seelenträgerin“. Es ist eine Dreiecksgeschichte zwischen zwei männlichen Vampiren und einer sterblichen Frau. Es hat auch nicht viel gefehlt, um verlegt zu werden. Hat aber dann doch nicht geklappt, deshalb ist es auch nirgends zu lesen, aber vielleicht werde ich es selber veröffentlichen.

Es hat Spaß gemacht zu schreiben, aber ich glaube momentan kann ich mir nicht vorstellen etwas in dieser Richtung zu Papier zu bringen. Aber man weiß ja nie.

Wo holst Du Dir Deine Ideen? Aus dem realen Leben, oder kommen die einfach so angeflogen?

Momentan wäre es besser für mich, in Deckung zu gehen, weil ich ohnehin schon viel zu viele Ideen habe, die ich umsetzen möchte. Eigentlich kann ich gar nicht so genau sagen, wo die Einfälle her kommen. Manchmal reicht ein Bild oder ein kurzer Text, ein Gedicht und mir fällt eine Geschichte dazu ein. Am `schlimmsten` ist es allerdings, wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe. Es passiert mir meistens, dass ich den Kopf voller Ideen mit nach Hause bringe, oder für das jeweilige Buch neue Facetten oder Wendungen habe.

Gerade die Natur hilft mir auch, wenn ich mal hänge, oder eine Hürde im Plot zu überqueren habe.

Wie entstand die Idee zu „Loving Silver“?

Ich mag die Frage: „Was wäre wenn.“ Zwei völlig unterschiedliche Charaktere, Leben zu vermischen finde ich spannend. Und, dass Michael auch noch praktisch hier lebt und Jamie Amerikaner ist, war ein weiterer Punkt.

Nachdem ich mir professionelle Hilfe im Internet geholt habe, hab ich losgelegt und mit der Zeit gemerkt, dass das Pornobusiness im Bereich der Gayromance echt nicht besonders gut angesehen ist. Das hat es noch interessanter gemacht, weil ich eben nicht die klischeehafte, böse Seite des Geschäfts zeigen wollte, sondern die Menschen, die dahinter stecken. Deshalb wird es auch in zukünftigen Büchern immer mal wieder um ihre Kollegen und sie gehen.

Wie lange hast Du an „Loving Silver“ geschrieben? Und wie hast Du den Entstehungsprozess erlebt?

Für das Buch habe ich nur vier Monate gebraucht. Das war ein komisches Gefühl, weil es irgendwie „raus“ musste. Das ist schwer zu erklären. Manche Geschichten machen Arbeit, „Silver“ hingegen war irgendwie fertig und musste nur in den PC. Ich kann nicht mal mehr sagen, wie viele Nächte ich mir dafür um die Ohren geschlagen habe. Besonders viel Schlaf habe ich da nicht bekommen, aber es hat sehr viel Spaß gemacht.

Den Prozess selber habe ich wahrscheinlich genauso „erlitten“ wie die Leser später auch. Meine Protas wachsen mir ans Herz, sind meine Freunde und Familie. Sie leiden zu sehen, oder ihre Dummheit mit zu verfolgen kostet Kraft. Als ich fertig war, bin ich echt in ein Loch gefallen und sie haben mir sehr gefehlt. Deshalb bin ich auch für mich froh, dass es weitere Geschichten geben wird, wo die zwei vorkommen.

„Loving Silver“ ist das erste Buch der neuen Kategorie `Cock-Lit` des Dead Soft Verlags. Hättest Du erwartet, dass das Buch solche Begeisterungsstürme auslöst?

Definitiv nein! Ich kann es irgendwie heute auch noch nicht glauben. Bei jeder Rezension frage ich mich: Die Person meint mein Buch? MEIN BUCH? Klar bin ich stolz, aber, ohne jetzt überheblich zu wirken, ich hab nur eine Geschichte geschrieben. Das mein Schreibstil anders ist, war mir auch nicht so bewusst. Es ist auch das erste Mal das ich so geschrieben habe, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Aber dabei werde ich bleiben, weil ich festgestellt habe, dass ich so in der Lage bin viel exakter und genauer, die Gefühle der Protagonisten wiederzugeben.

Du schreibst gerade an der Geschichte von Dirk, Michaels Bruder. Auf Facebook können Deine Fans bereits erste Häppchen davon kosten. Sind weitere Auskopplungen aus „Loving Silver“ geplant?

Also Dirk ist auch für mich echt spannend. Es ist ja eigentlich wieder so ein Tabuthema, weil er ja verheiratet ist und mit einem Mann eine Affäre beginnt, die sein Leben auf den Kopf stellt. Ich möchte natürlich nicht, dass er der Buhmann ist, sondern, dass die Leser ihn mögen, was in seiner Situation nicht leicht wird. Ich schreibe aus seiner Sicht, und hoffe zeigen zu können, wie sehr er selbst leidet und sich keine Entscheidung leicht macht. Wir werden sehen, wie es ausgeht. Und letztendlich entscheiden ohnehin die Leser, ob es ankommt oder nicht.

Ansonsten kann ich mir schon noch einige Geschichten aus „Silver“ vorstellen. Für Aidan, Mikes amerikanischen Kollegen habe ich schon eine spannende Idee. Ebenso für Kevin. Was mich überrascht hat, dass viele Leser auch über den amerikanischen Mike, den Bodyguard mehr wissen wollen. Vielleicht fällt mir für ihn ja auch noch was ein. Ebenfalls denkbar wäre es, mich nochmal speziell Jamie zu widmen und in Episoden seine Vorgeschichte aufzugreifen.

Hast Du parallel noch ein anderes Buchprojekt am Laufen bzw. eine Idee, die Du unbedingt umsetzen willst?

Ja, ich schreibe noch an der Geschichte von Chris, der mit 19 ein Trauma erlebt hat und erst durch seinen Traummann mit den Problemen und Ängsten konfrontiert wird. Es spielt ebenfalls hier und auch da werden Mike und Jamie vorkommen. Chris und Roman werden zum Freundeskreis der beiden dazu kommen und auch bei Dirk eine Rolle spielen.

Ansonsten habe ich eigentlich noch zwei langwierige Fantasygeschichten in Planung und möchte zwei ältere Manuskripte umarbeiten.

Und zwischendurch möchte ich ein paar Ideen in Kurzgeschichten umsetzen, aber das ist noch in der Schwebe.

Liest Du selbst auch viel in diesem Genre? Hast Du ein Lieblingsbuch bzw. einen absoluten Geheimtipp?

Ja, ich lese auch viel in dem Genre, eigentlich kreuz und quer. Mir gefallen Chris P. Rolls Bücher sehr gut, ich mag ihren Stil. Lieblingsbuch direkt ist sehr schwer, weil mir auch Bücher aus anderen Bereichen gut gefallen. Sehr beeindruckt hat mich die Kushiel Saga von Jaqueline Carey. Ein Geheimtipp ist für mich „Ein Weltreich zu erobern“ von Mary Renault. Das ist die Geschichte der Liebe von dem Diener Bagoas zu Alexander dem Großen. Absolut schönes Buch! Und wen ich irre gern lese, obwohl es Kurzgeschichten sind: P.H. Lovecraft. Das sind die absoluten Horrorstorys überhaupt!

Wie sieht Dein Schreiballtag aus? Hast Du ein besonderes Ritual?

Ich versuche eigentlich jeden Tag etwas zu schreiben. Wenn das aus beruflichen Gründen nicht funktioniert, verbessere ich bereits Geschriebenes oder feile an Passagen herum, die mir noch nicht gefallen. Wenn ich tatsächlich mal ein paar Tage nicht dazu komme, werde ich kribbelig. Das Schreiben ist für mich ein super Ausgleich zu meinem anstrengenden Job und ich brauch das regelrecht.

Ein Ritual direkt gibt es nicht. Ich brauche halt Ruhe. Wenn ich den Umgebungslärm, der ja auf dem Dorf ohnehin eher gering ist, mal nicht abstellen kann, setz ich mir meinen Ipod auf und lenke mich ab. Was übrigens auch hilft, wenn ich in einer Geschichte mal den Faden verliere. Irgendwie hat jedes Buch bei mir eine eigene Musik. Was bei „Silver“ recht lustig war, weil ich oft Duddelsackmusik laufen ließ.

Wie geht Deine Familie und Dein Freundeskreis damit um, dass Du homoerotische Geschichten schreibst? Sind das Deine größten Fans?

Mein Freundeskreis sieht das eigentlich recht locker, ebenso meine Familie. Da überwiegt inzwischen der Stolz auf „Silvers“ Erfolg. Einige haben es gelesen, auch Kolleginnen. Ansonsten ist es hier etwas zwiespältig. Viele, denen ich es erzähle reagieren zwar cool und sagen sie finden es gut, aber wir sind halt doch auf dem Land und sie halten sich zurück.

Letzte Worte an Deine Fans.

Ich möchte mich einfach für die Begeisterung bedanken. Das „Silver“ so gut ankommt und Mike und Jamie so beliebt sind, bedeutet mir natürlich unheimlich viel. Es macht unheimlichen Spaß Rückmeldungen dazu zu bekommen. Jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass die Nachfolger ebenso gut aufgenommen werden und den Leser Spaß machen.

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Liebe Martina, vielen Dank für Deine Zeit und das ausführliche und spannende Interview. Ich freue mich schon darauf, mehr von Dir zu lesen.

Rezension: Dance. Der Tanz unserer Herzen – Sam Nolan

Dance--Der-Tanz-unserer-HerzenInhalt:

Tyler ist zurück in Deutschland. 5 Jahre zuvor ist er in die Staaten zu seinem Vater gezogen. Er wollte sein altes Leben hinter sich lassen und alles vergessen. Mit gemischten Gefühlen kehrt er in seine Heimat zurück.
Trotz aller Zweifel nimmt ihn seine Familie wieder herzlich auf und auch jobtechnisch läuft alles super.
Innerhalb weniger Tage bekommt er einen Job als Tanzlehrer. Dabei trifft er auch auf Daniel. Die beiden sind wie Feuer und Wasser und Tyler wünscht sich nicht nur einmal zurück in die Staaten.

Meinung:

Das Buch zu bewerten fällt mir gar nicht so leicht. Wie sagte Goethe in “Faust” so schön: “Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.” So geht es mir mit dieser Geschichte. Ich muss vorab anmerken, dass ich noch kein Buch der Autorin gelesen habe und deshalb mit ihrem Stil nicht vertraut war und somit auch völlig unvoreingenommen an “Dance” herangegangen bin.

Die Storyline finde ich sehr interessant. Ich hab bisher noch kein Buch gelesen, das sich explizit mit dem Tanzen beschäftigt und es war sehr aufschlussreich mal ein bisschen hinter die Kulissen zu blicken. Die Mischung aus Romance und Drama, dieses einander brauchen und sich doch nicht ausstehen können, hat mir gut gefallen. Dennoch kam für mich weder viel Gefühl, noch wirklich Spannung auf.

Die Umsetzung ist noch nicht wirklich ausgereift. Das Lesen glich eher einem Stolpern. Ich hab mich unheimlich schwer damit getan, in die Geschichte hineinzukommen, da bereits am Anfang mit eher ‘unangenehmen’ Sätzen, wie hätte/wäre/würde, nur so um sich geworfen wird. Ständige Wiederholungen, Satzzeichen- und Rechtschreibfehler erledigen den Rest. Ich hab das Buch immer wieder aus der Hand gelegt und das ist für mich ein deutliches Zeichen, dass mich die Geschichte nicht überzeugen, geschweige denn fesseln konnte.

Eine interessante Storyline mit viel Luft nach oben.

Fazit:

Interessante Idee mit einer mangelhaften Umsetzung.

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  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 585 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 214 Seiten
  • Preis: 1,99€
  • Verlag: BookRix (27. Juni 2014)

 

Rezension: Tattoo 5. Im Zeichen des Panthers – Rigor Mortis

Tattoo5Inhalt:

Die Welt der Vitae essentia steht Kopf. Die Krieger sehen sich einer Armee gegenüber, deren Anführer 100 Jahre Zeit hatte, seinen Hass zu schüren. Er will nur eins. Wiliam töten und dessen Platz einnehmen.

Bryce und William müssen sich neuen Herausforderungen stellen und eine Prophezeiung erfüllen.

Außerdem trifft Bryce auf seinen Gefährten, doch diese Verbindung erweist sich als extrem schwierig, da Silas nur ein Ziel zu haben scheint: Bryce zu töten.

Meinung:

Mit “Tattoo 5. Im Zeichen des Panthers” endet die Buchreihe rund um die Krieger der Vitae essentia offiziell und das mit einem fulminanten Knall. Bereits im Vorgängerband “Tattoo 4. Im Zeichen der Schlange” bekam man einen Einblick in die Irrungen und Wirrungen des letzten Bandes. Es geht hoch her. Feinde lauern im Schatten, die Karten werden neu gemischt, die Zukunft tritt auf den Plan und eine Liebe, deren Ausgang völlig ungewiss ist, hält die Leser in Atem.

Rigor Mortis hat es in diesem Band richtig krachen lassen und die Krieger der Vitae essentia noch mal auf die Probe gestellt. Action, Romantik und Verzweiflung wechseln sich ab. Überraschende Wendungen und neue Weggefährten, halten die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite ganz oben. Ist man erst mal abgetaucht, kommt man so schnell nicht mehr davon los.

Interessanterweise haben es Silas und Bryce dieses Mal sehr schwer. Bisher war es noch nie der Fall, dass sich die Gefährten problemlos zusammengerauft haben, aber die beiden wurden bis ans Äußerste getrieben und als Leser bangt man lange, um die Zukunft der beiden. Es ist gar nicht so einfach zusammenzuleben und sich zu lieben, wenn man ständig Angst haben muss, im Schlaf ermordet zu werden. Eine frustrierende wie auch faszinierende Kombination.

Ein Muss für alle Fans der Krieger.

Fazit:

Ein würdiger Schlussakt für eine ganz besondere Buchreihe.

5stars

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 806 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 79 Seiten
  • Preis: 2,99€